Seinen besonderen Charakter erhält der Kräuterlikör durch eine alte Rezeptur
Nach der alten Familienrezeptur zusammengestellte Kräuter, deren Auszüge noch heute im Wege der Perkolation, einem der ältesten pharmazeutischen Kräuterauszugsverfahren, hergestellt werden, sorgen für die die wohltuende Wirkung des Kräuterlikörs.
In der richtigen Zusammensetzung ergibt sich die geschmacklich fein abgestimmte Komposition zum Wohl unserer Kunden.
Das historische Rezept eines Lebenselixiers ist die Grundlage für den Kräuterlikör „Marburger Nachtwächter“. Es wird neben anderen Rezepten im Original, einem kleinen schweinsledernen Rezeptbuch, mit den Familienakten an gesichertem Ort verwahrt.
Achtung:
Die zugesicherten kuriosen Wirkungen lassen klar erkennen, dass die vor knapp 300 Jahren in liebenswerter, aus heutiger Sicht naiver Weise empfohlenen Einsatzmöglichkeiten heute eher absurd wirken und im beschriebenen Sinne unbrauchbar sind.
Hier wollen wir nur die historische Gebrauchsanweisung wiedergeben.
Rezept, wohl von Jacob Freund, einem Ahnherrn der Familie Pfeiffer stammend, er war Pfarrer in Holzhausen am Hünstein, geboren 1727, im Familienbesitz erhalten.
Auszug aus der alten Schrift:
" Dieses Recept ist in den Schriften des Herrn Dr. Thernest gefunden worden, Sündischer Medicus, gestorben im 104. Jahre. Dieses Geheimniß war zeit einigen Seculis in seiner Familie, sein Groß-Vatter ist 130 Jahre alt geworden, seine Mutter 107 und sein Vatter 112 Jahr, durch den täglichen Gebrauch dieses Elixirs, er nahm hiervon sieben bis acht Tropfen Abends und Morgens in rothem Wein oder Brühe.
Es folgt die Receptur (... hier nicht wiedergegeben).
Mann kann es gleich den ersten Tag brauchen mit dem täglichen Gebrauch dieses Elixirs. Es läßt lange Gesund Leben, ohne daß man nöthig habe, Ader zu laßen noch andere Mittel zu gebrauchen, vermindert die erschlaffenden Geister, verdünnet das Bluth, stillet das Zittern der Kranken, ist gut für den Rhurnalismus, und ist ein herrliches Mittel für die Uebelkeiten, und Tödten der Würmer, heilet alle Coliquen des Magens und Gedärmen in Zeit von einigen Minuthen, macht Munter, heilet die Unvertauchlichkeiten, in Zeit von einer Stunde, heilet die Herz-Wehe, reiniget das Geblüht, macht es cirkulierend und ist ein fürtreffliches Gegenmittel gegen anstickende Krankheiten, für die ausgebliebene Menses, purgirt ohne Schmerzen, macht Blattern ohne risco herauskommen, und hat das fürtreffliche, das man eine starke Dose nehmen kann ohne Schaden.
Dose nach dem die Zufälle sind
- Für das Herz-Wehe, 1Theelöffel voll, für die Unvertauchlichkeiten 2 Theelöffel voll
- ... pom Joreße 2 Coillerees buot pour ...(unlesbar)
- Für Colique 2 Theelöffel in vollen Brandewein,
- Für die Würmer acht Tage 1 Theelöffel blos,
- Für die Wassersucht 1 monatlang 1 Theelöffel in weißen Wein,
- Für die Menses 3 Tage lang nacheinander 1 Theelöffel voll nüchtern in Rothenwein und eine halbe Stunde ehe man frühstückt oder Spacieren gehet.
- Für das schleichende Fieber, ehe der Arzt komt ein Theelöffel voll, heilet es nicht zum 1sten oder zum 2ten mahl, so heilet es unfehlbar zum 3ten Mahl.
- Ordentlich zu Purgieren 3 Theelöffel voll Manns Persohn und 2 Theelöffel voll for Weibs Persohnen, 4 Stunde hernach ein leicht Abend Essen, man schläft darauf sehr wohl, und thut ehe seinen Effect den anderen Tag ohne Schmerzen noch andere Mittel, als nichts rohes, keinen Salat noch Milch zu genießen, man darf auch nicht zuviel dabey in die Luft gehen.
- Für die Blattern, ist ein herrliches Mittel, man gibt dem Kranken einen Theelöffel voll 9 Tage lang in Hammelsbrühe
Täglichen Gebrauch
Für die Weibs Persohnen sieben Tropfen und für die Manns Persohnen 9 Tropfen zu nehmen, Abends und Morgens, ein alter schwächlicher Mann muß alle 8 Tage einen Theelöffel voll nehmen, bringt ihn wieder zurechte.
In dem man eine halbe Wein auf den übriggebliebenen Satz gießet und es einen Monat entstehen läßt mit dem täglichen ritteln, so ist es ein fortrefflich Mittel für die Coliquen der Pferden, Kühe, Esels und Maulesels, den man 20 Theelöffel voll zu trinken gibt auf ein mahl, und ein Glas den Armen Leuthe zu Purgieren (Verdauen), und sie aus den Langwierigen Krankheiten ziehen. "
